Neustart

Geschrieben am August 21st, 2006 in Allgemein von blogger

Ich bin Marco Caminada,

Viele werden denken: ‘klar, ein frustrierter ex Mitarbeiter der denkt er wurde ungerecht behandelt‘ und sie haben recht.

  • Ich war nie während der Arbeit betrunken.
  • Ich half den Leuten beim einrichten ihrer PDAs, Arbeitsstationen und Wohnungen.
  • Ich habe nie ein schlechtes Wort über andere verloren.
  • Ich habe nie im Büro herumgeschriehen.
  • Ich habe immer Kosteneffektiv gedacht und gehandelt.
  • Ich war von 8.00 Uhr bis 18:00 Uhr im Büro, oftmals auch länger
  • Ich habe auch immer das gemacht was mir gesagt wurde.
  • Die meisten internen Server wurden von mir gebaut.

Dabei muss man ja frustriert werden..

Wir hatten gute Zeiten, wir hatten weniger gute Zeiten – was wir immer hatten, war ein Team. Alle zogen am gleichen Strang und gemeinsam versuchten wir die Ideen und Wünsche der GL umzusetzten. Das war so zu agri.ch Zeiten, das war so zu Cable & Wireless Zeiten und es war so zu Beginn der green.ch-Zeit. Die geleistete Arbeit wurde geschätzt, man fühlte sich ernst genommen und hatte das Gefühl an etwas Grossen teilzuhaben. Aber mit einem mal war Teamwork nicht mehr wichtig und alles änderte sich.

green.ch wird von vielen Leuten, Kunden und Presse, noch als agri.ch gesehen. Der kleine Provider der gegen die grossen der Branche angeht. Ein Team von Enthusiasten, geleitet von ‘Mister Agri/Green’ Guido Honegger.

Fakt ist: von den ursprünglichen agri.ch Mitarbeitern sind nur noch ein paar in der Buchhaltung und die Geschäftsleitung übrig.

(Das folgende ist Spekulation)

green.ch scheint tun und lassen zu können wie und was ihnen beliebt.

Mehrmals schon wurden Rechnungen zu früh und mit extrem kurzen Zahlungsfristen verschickt, Kunden werden abgeschaltet und Anfragen ignoriert oder mit überrissenen Bearbeitungskosten verrechnet. Die Konsumentenschützer schauen zu: Beobachter und K-Tipp schrieben je einen kleinen Artikel über die Gebaren beim Rechnungsversand. Konsequenz – keine.

Der Kassensturz testet ADSL Provider – zwei mal – beim ersten Mal landete green.ch auf dem ersten Rang, beim zweiten Mal auf Platz 5. Beim ersten Mal wurde das Testergebnis gross gefeiert, beim zweiten Mal die Geschwindigkeit der Leitung als nicht wichtig taxiert. Hat der Kassensturz green.ch mit der Prahlerei vom Vorjahr konfrontiert? Natürlich nicht.

Green.ch betreibt als einer der wenigen grösseren Providern noch einen eigenen Support der auch direkt in der Firmenzentrale in Brugg angesiedelt wird. Das ist ausgesprochen löblich, dadurch verkürzen sich die Wege zwischen Kunde und Technik. Im Kassensturz-Test zu Support-Hotlines landete green.ch somit auch verdient auf einem der vorderen Plätze – allerdings wurde dieses Ergebnis bisher nicht bestätigt, ein zweiter Test wie beim ADSL blieb aus.

Green.ch betreibt eines der besten Netzwerke in der Schweiz. Dieses Netz wurde von Leuten aufgebaut die nicht mehr bei green.ch arbeiten und wird seit ca. einem Jahren von einer externen Firma betreut. Sehr gut betreut sogar. Diese Betreuung bezieht sich nicht nur auf das ADSL-Netz sonder auf alle Netzwerkgeräte im Hoheitsgebiet von green.ch – auch die internen Geräte.

Wir erinnern uns mit Schrecken an den Webserver-Crash bei agri.ch – schon damals waren das Schweizer Fernsehen und auch die Printmedien sehr wohlwollend gegenüber dem kleinen Provider aus Brugg. Ich schweife hier etwas ab agri ist nicht green. Als Bluewin und Sunrise Probleme mit den Mailservern hatte wurden sie Medial zerrissen. Wer erinnert sich nicht an die ‘witzigen’ Grafiken mit den Aufschriften ‘Vergessen Sie ihre Emails, wir tun es auch’ oder ‘Danke Sunrise, wegen euch hat mein Freund jetzt wieder Interesse an mir’. Als green.ch vorletztes und letztes Jahr das neue und sehr teure Microsoft Hostet Exchange einführte und die Domainkunden auf das System migrierte, brachen die Server beinahe unter der Last zusammen. Die Zustellung der Mail verzögerte sich mehrmals bis zu einem (1) Tag. Verantwortlich wurde ein ‘Spamangriff’ gemacht – der alte Server (CriticalPath MailServer wurde für Windows leider nicht mehr weiterentwickelt) hatte keine Probleme damit. War irgendein Medienecho zu hören? Nein.

Kurze Zwischenfrage: Wo ist eigentlich Captain KMU und Centerprice?

Besonders bezeichnend ist in diesem Zusammenhang auch folgendes Ereigniss: Ein verärgerter Kunde schickt green.ch ein Mail mit einer Beschwerde die er per BCC an den K-Tipp verschickt. Die K-Tipp-Redaktion schickt green.ch diese Mail mit dem Vermerk ’scheint an die falsche Adresse gegangen zu sein’.

Mein Fazit daraus (völlig spekulativ und sicher falsch) sind folgende Möglichkeiten:

  • Die Presse interessiert es nicht
  • Die Presse hat Angst vor green.ch

ich weiss nicht welche Variante mich mehr beunruhigt.

Hier noch ein kurzer Mitteilung: Der Halter des roten BMW sollte dringend umparkieren, er stehe im Parkverbot.

Und weiter geht’s.

Das greenblog sollte einen witzigen und vielleicht auch etwas übertrieben genauen Blick auf green.ch werfen. Wir wären und sind noch gerne zu Gegendarstellungen bereit. Zum Beispiel wurde der Fehler auf der Einladung zum Partnertag korrigiert. Ich gebe gerne zu das die Meldung über die Gummischrotkugelverletzung von Guido Honegger gemein war und ich entschuldige mich auch hiermit.

Es wurde uns vorgeworfen interne Informationen zu veröffentlichen. Der Sprinkler auf dem Dach, das Kabel im Colo-Bereich. Also liebe Im-Steiger Gewerbetreibende – schaut ja nicht in Richtung green.ch oder zum Fenster raus. Colo-Kunden blicken bitte nur zur Wand und Fotografieren sollte auf dem gesamten Steiger-Gelände unterlassen werden. Unterhalte auch auf keinen Fall mit green.ch Angestellten. Ihr könntet sonst wichtige interne Informationen sehen oder hören. Und auf keinen Fall, auf gar keinen Fall, solltet ihr über green.ch in der Öffentlichkeit reden.

blogg.ch meldet ein neues Gerücht zum verkauf von green.ch und TIC. Eigenartig ist, das nur TIC eine Gegendarstellung gebracht hat. Vielleicht konnte green.ch Fredy Künzler noch nicht erreichen..

Den Interessenten möchte ich raten: Schaut genau was ihr euch da anlacht. Lasst euch genau erklären was passiert wenn eine Klimaanlage ausfällt oder der Diesel nicht anspringt. Seht genau hin was für Betriebsystem auf den Servern laufen und wie viel investiert werden muss um den Serverraum am laufen zu halten. Fragt nach wie viel das aktivieren einen Switchports kostet und wie lange es dauert. Macht nicht den gleichen Fehler wie Cable und Wireless.

Was war noch?

Nicht allzu viel: Schaut genau hin was euch Firmen als Dienstleitungen unterjubeln wollen, stellt fragen, seid nicht so gleichgültig. Kundenkritik sollte von jeder Firma ernst genommen werden. Den Firmen rate ich, sorgt euch um eure Arbeiter und Kunden, sie können zwar manchmal nerven und haben vielleicht etwas schlechte Angewohnheiten aber ihr werdet sie vermissen wenn sie weg sind.

Sollte sich jemand berufen fühlen einen Gegendarstellung oder Korrekturen zu wünschen, egal von welcher Stelle, schickt ein Mail an flashlight@mails.ch.

Wie lange das diese Domain online bleibt ist fraglich.

Gute Nacht da draussen, was immer ihr sein mögt.

Marco Caminada

8 Kommentare zu 'Neustart'

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  1. Sam sagte,

    am August 25th, 2006 um 19:07

    Welcome back!

    Gruss,
    Sam

    (und ich hoffe, die Beiträge werden ein bisschen kürzer :P )

  2. GENiALi sagte,

    am August 25th, 2006 um 21:18

    Oje. Jetzt sollte man die Geschichte von greenblog kennen.
    So viel ich weiss geht es um Green den Provider. Hab
    mein ADSL von dort. Aber den genauen Bezug von dir zu
    Green kapier ich jetzt noch nicht ganz. Mal mitlesen.
    Vielleicht komme ich ja noch dahinter.

  3. techie charlie sagte,

    am August 26th, 2006 um 09:47

    Ich finde es peinlich wenn sich EX-Mitarbeiter in der Öffentlichkeit so negativ über ein Unternehmen äussern. Dies ist schädigend und zeugt nicht von Grösse seitens des Ex-Mitarbeiters. Firmen verändern sich nun mal – Mitarbeiter aber haben oft Mühe sich an diese Veränderungen anzupassen. Du scheinst so ein Beispiel zu sein. Green zum Mindesten ist wie andere Provider in ähnlicher Grösse (TIC, Netstream usw.) eine gute Firma.

  4. Sam sagte,

    am August 26th, 2006 um 10:40

    Es gibt gewisse Firmen (ich selbst habe auch schon negative Green-Erfahrungen), nicht nur Green, bei denen es wichtig ist, dass Dinge ans Licht kommen. Sonst können die Firmen weiterhin tun und lassen, wie’s ihnen passt – und da laufen etliche üble Sachen…

    Mehr Transparenz (wenn’s belegt ist) schadet nicht.

  5. zerocool sagte,

    am August 26th, 2006 um 10:47

    @techie charlie
    Hier wird auch gutes über die green berichtet, wenn es denn etwas gutes zu berichten gibt. Und wenn sich eine Firma zum schlechten verändert, darf man dies auch der Oeffentlichkeit mitteilen.
    Was hier schädigend sein soll, ist mir zumindest ein Rätsel. Gegendarstellungen und Richtigstellungen seitens green sind vom Autor auch ausdrücklich gefordert und werden sicherlich veröffentlicht.

  6. Peter Wäger sagte,

    am August 28th, 2006 um 19:07

    Eigentlich wollte ich mich aus dieser Geschichte raushalten, weil ich von vielen natürlich nicht als "neutral" angesehen werde. Einige Vorkommnisse der letzten Wochen scheinen mir jedoch Grund genug zu sein, die Sache aus meiner Situation darzustellen:

    Zu uns:

    Die W-Soft Internet GmbH war von 1998 bis Dezember 2005 Kunde bei green.ch und ich kenne einige Damen und Herren ziemlich gut (solche die noch dort sind und andere, die gegangen sind). Wir haben alle Wechsel von agri.ch –> cw —> green.ch mitgemacht. Seit Anfang unserer Geschäftsbeziehung hatten wir immer ein bis vier Server bei green.ch stehen. Herr Marco Caminada betreute uns während all den Jahren. Es war eine sehr gute Verbindung und wir waren bis 2003 sehr zufrieden mit den Leistungen von green.ch, vor allem die Unterstützung durch Herr Caminada war erstklassig. Ich bin also über die Verhältnisse bei green.ch mehr als nur gut informiert.

    Gleich zu Beginn folgender Hinweis: Auch als wir über einige Zeit (2002- 2003) durch einige Wirren im Betrieb grosse finanzielle Schwierigkeiten hatten haben wir mit Herr Honegger immer wieder eine Lösung gefunden. Damals hat die Haltung von green.ch uns sehr geholfen und das Resultat lässt sich heute sehen.

    Und nun zu den Fakten:

    - Bereits beim berühmten "Agri-Crash" waren wir involviert und agri.ch war ziemlich froh um unseren Server (alias "Affe"), weil es nämlich die einzige Maschine war, auf der die Frontpage-Extension funktionierte und agri.ch hat nach einer Anfrage via Herr Marco Caminada rege davon Gebrauch gemacht und unseren Server manchmal buchstäblich bis zum letzten Byte "abgefüllt". Ein Grossteil der green.ch-Server läuft übrigens immer noch auf dem gleichen OS wie damals (seit Jahren "End of Life"). Jedenfalls war das bis vor März 2006 noch so. Das ist übrigens für mich kein Insiderwissen, dass haben wir selbst gemerkt, ohne dass uns irgend jemand darauf aufmerksam gemacht hat.

    Obwohl ich noch einige Dinge auf Lager hätte, springen wir direkt ins Jahr 2002.

    - Ab 2002 hat man uns jeweils rund ca.1000 Franken pro Jahr verrechnet für einen "gemanagten DNS-Server". Bis Ende letztes Jahr lief das einwandfrei. Der "DNS-Manager" hiess aber nicht "CISCO" oder so, sondern "Marco Caminada", der bis am Schluss alles immer noch manuell machen musste mangels Software.

    - Als wir bei green.ch in die CoLocation gezügelt wurden, hat man uns folgende Konfiguration verkauft: 100 MB-Anbindung und keine Bandbreiten-Beschränkung. Was man uns nicht gesagt hat und auch die "Verkaufskanonen" bei green wahrscheinlich gar nicht wussten, war die Tatsache, dass wir alle Ports bei den Routern auf 10 MB einstellen mussten, weil mit 100 MB gar keine Verbindung hergestellt werden konnte. Logisch, wenn das ganze System nur auf 10 MB lief. Wir sind friedliche Leute und waren auch mit 10 MB zufrieden. Das ist übrigens bis heute so.

    - Als green.ch dann die Variante mit der Bandbreitenmessung offerierte, haben wir sofort zugeschlagen und diese Variante gekauft. Das war eine gute Entscheidung von uns! green.ch konnte nämlich zwei Jahre lang die Bandbreite gar nicht messen (meines Wissens bis heute) und wir haben immer nur eine Grundgebühr bezahlen müssen wegen nicht vorhandenen Bandbreitenmessungen. Wir wissen auch warum es so war: Dem Mitarbeiter, der das Tool programmierte, wurde ein "Blitzabgang innert Stunden" nahegelegt und hat schlicht vergessen, sich nach dem Tool zu erkundigen!

    Hier halte ich jetzt mal an und verzichte vorläufig auf weitere spannende Episoden aus dem Schatzkästchen green.ch.

    Und nun zu greenblog.ch und Marco Caminada:

    Seit 1.1.2006 arbeitet Marco Caminada nun bei uns und wir sind mit seinen Leistungen mehr als zufrieden. Wir sind ausdrücklich damit einverstanden, dass greenblog.ch auf unseren Servern betrieben wird. Bei ihm nützen also auch Drohungen und Druck beim Arbeitgeber nichts. Immer unter der Bedingung, dass "fair" gekämpft wird.

    Freundliche Grüsse

    W-Soft Internet GmbH

    Peter Wäger

  7. Sam sagte,

    am August 30th, 2006 um 18:23

    Wow, das ist wohl jetzt der längste Blog-Kommentar, den ich bisher gelesen habe… interessante Infos, danke.

  8. Ruedi Thaler sagte,

    am Februar 20th, 2007 um 13:51

    Hallo zusammen

    Ich war kurze Zeit bei der Agri und dann bei CW in der Geschäftsleitung direkt Guido Honegger unterstellt.

    Wir waren auch nicht immer einer Meinung und das Tempo welches Guido vorlegt ist fast nicht zu überbieten. (schwer genug zum Folgen) Guido ist einer der wenigen wirklichen Unternehmer, welche ich in meiner nun längeren Laufbahn kennen lernen durfte. Mit Ecken und Kanten, Schwächen natürlich auch aber vor allem sehr viele Stärken. Auch als Mensch

    Dass er dann mit allen Bondagen um die Green kämpfte, kann ich heute besser verstehen als dazumal, wenn man voller Emotionen miterleben muss, wie der Internetabsturz das eigene Baby killt. Retten was zu retten ist.

    Ich hatte seit längerem nun keinen Kontakt mehr zu Guido und kann die Situation wie sie sich aktuell darstellt nicht beurteilen. Aber im Artikel geht es ja auch noch um Zeiten, wo ich ebenfalls an Bord war.

    Ich persönlich wünsche der ganzen Crew um Guido nur das Beste und bin überzeugt, dass der Erfolg auch weiterhin in Brugg sein wird..

    Erwähnen möchte ich, dass die Caminada Brothers bereits seinerzeit legendär waren und sicher einer der wichtigen Bausteine für den Erfolg von dazumal. Umso mehr erstaunt mich nun dieser Blog.

    hey Jungs ihr wart auch einmal Bestandteil der Agricrew und da sagt man sich die Meinung direkt und gibt dann wieder Ruhe.
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